Barber Shop!

Heute stand ein längst überfälliger Besuch beim Friseur auf dem Plan. Verbunden habe ich das Ganze mit meinem Wocheneinkauf in der Stadt. Zunächst musste ich auf sehr peinliche Weise (8/10 auf der Peinlichkeitsskala) lernen, dass man hier als heterosexueller Mann NICHT in einen “Hair Salon” geht…ich hätte misstrauisch werden sollen, als ich den Laden betrat und weit und breit nur Frauen zu sehen waren. Nachdem ich dann recht nett darauf aufmerksam gemacht wurde, dass ich als Mann eher einen “Barber Shop” aufsuchen sollte, habe ich das Geschäft “leicht” beschämt wieder verlassen (natürlich habe ich noch klar gestellt, dass ich aus Deutschland und mit den hiesigen Haarpflegegewohnheiten noch nicht so vertraut bin).

In meiner Männlichkeit arg gekränkt habe ich mich nun also auf die Suche nach einem Barber-Shop gemacht. Meine Wahl fiel auf einen kleinen, traditionellen Shop in einer Seitenstraße. Als ich eintrat konnte ich das Testosteron förmlich spüren…stumme, wartende Männer, das Surren der Maschine, Haare auf dem Boden. Hier war ich richtig!

Die Angebotsliste umfasste 2 Artikel: Haare schneiden und Bart schneiden

Waschbecken gab es keins, hier wurde trocken geschnitten…und dabei wurde nicht gequatscht. Höchstens über Sport. Folgendes Vokabular brauchte ich für meinen Haarschnitt: “hi”, “short”, “good job”, “thank you”. So gefällt mir das!

Das Ganze war dann auch erstaunlich günstig (13.50 Euro) und mit dem Ergebnis bin überaus zufrieden.

So long…
Oli


Preise in Irland

Irland ist kein billiges Land! Das sollte jedem klar sein, der dort eine längere verbringen möchte. Es gibt allerdings schon ein paar kleine Tipps und Tricks, wie man die alltäglichen Kosten für Lebensmittel etc. ungefähr auf ein deutsches Niveau bringen kann.

Lebensmittel und Dinge des alltäglichen Bedarfs


Auf den ersten Blick ist alles SEHR teuer, doch wenn man sich etwas Zeit nimmt findet man auch gute Angebote, die teilweise um ein Vielfaches günstiger sind als in Deutschland. Unbedingt vermeiden sollte man die Off-Licence-Shop`s, die sind zwar weit verbreitet und haben immer offen, aber natürlich auch entsprechende Preise. Ich würde sie mit den Tankstellen in Deutschland vergleichen…und wer macht dort schon seinen Wocheneinkauf für Lebensmittel.

Für größere Einkäufe würde ich Supermärkte empfehlen (Dunnes Store, Tesco, ALDI, LIDL…). Auch wenn diese nicht ganz so weit verbreitet sind, lohnt sich der eventuell etwas längere Anfahrtsweg auf jeden Fall. Dort finden sich immer irgendwelche Sonderangebote (-50%) und man hat eine riesige Auswahl. Hier gilt es vor allem, sich Zeit zu nehmen und die Angebote zu vergleichen. Sehr hilfreich hierbei sind die €/kg-Preise, die fast für alle Produkte ausgeschrieben sind. Somit kann man die verschiedenen Angebote sehr gut vergleichen und aufgrund der sehr großen Preisunterschiede viel sparen.

Fazit: Die Einkäufe von Lebensmitteln und anderen Dingen des alltäglichen Bedarfs sind nicht unbedingt viel teuer als in Deutschland, wenn man in die richtigen Geschäfte geht und sich Zeit nimmt um die Angebote zu vergleichen. Hier sollte allerdings noch erwähnt sein, dass sich viele Dinge nicht besonders lange halten (Brot, Milch…). Man sollte deshalb auf das Haltbarkeitsdatum achten und nicht zuviel auf einmal kaufen.

Nachdem ich nun etwas zu den Preisen für Lebensmitteln geschrieben habe, möchte ich im Folgenden noch etwas genauer auf die Sachen eingehen, die das Leben lebenswert machen (Pubs, Night Clubs, Alkohol, Zigaretten…)

Preise für Alkohol und Zigaretten in Irland

Ich möchte zunächst folgendes Zitat eines mir unbekannten Iren anführen (frei übersetzt): “Es ist billiger ein Wochenende all-inclusive nach Teneriffa zu fliegen, als einen Abend in Temple Bar (Anm.: Kneipenviertel in Dublin) trinken zu gehen.”

Das ist sicherlich ein klein wenig übertrieben, aber es verdeutlicht schon den Sachverhalt: Trinken und Rauchen ist absoluter Luxus.

Eine Schachtel Zigaretten kosten ca. 7 Euro, was selbst den überzeugtesten deutschen Raucher die Tränen in die Augen treiben sollte. Dank der wunderbaren EU darf man 800 Zigaretten (Quelle: www.zoll.de), also 4 Stangen einführen, was zumindest für die erste Zeit reichen sollte. Für längere Aufenthalte kann man sich auch Zigaretten per Post schicken lassen. Hier besteht allerdings das Risiko, dass man bei größeren Mengen Probleme mit dem Zoll bekommen kann. Genauere Richtlinien bzgl. des Versandes von Zigaretten innerhalb der EU sind mir allerdings nicht bekannt.

Nun zum Alkohol…auch der ist wesentlich teurer als in Deutschland. In fast jedem Supermarkt findet man Tuborg (Sixpack für 6.99 Euro - Festpreis!). Das ist das billigste mir bekannte Bier und der Geschmack ist in Ordnung. In meinen Augen stellt das eine gute Lösung für das Feierabends-Entspannungsbierchen zu Hause dar.

Wenn mann dann allerdings die eigenen 4 Wände durstig verlässt, dann wird es ziemlich teuer. An dieser Stelle möchte ich noch erwähnen, dass es STRENGSTENS untersagt ist auf der Straße Alkohol zu trinken. Die Strafen reichen hier von einem kurzen Anschiss und dem amtlichen Vernichten des Alkohols bis zu einer Nacht im Gefängnis (wie mir erzählt wurde). Die Preise für ein Pint im Pub sind stark abhängig von der Stadt / Region. In Temple Bar / Dublin muss man sich auf 5.50 - 6.00 Euro einstellen, in den anderen Städten zwischen 4.00 und 5.00 Euro. Zu den Preisen für “harten Stoff” kann ich nichts Genaueres sagen, aber auch die sind entsprechend hoch.

Hier sei noch erwähnt, dass sämtliche Pubs und Nightclubs zwischen 2 und 3 Uhr schließen…man kann also nicht wirklich “versacken”, da man nach dieser Zeit NIRGENDS mehr Alkohol kaufen kann. Ebenso positiv ist das strikte Rauchverbot, welches dazu führt, dass man als Raucher weniger raucht (wenn man den Abend nicht vor der Tür verbringen möchte) und dass die Klamotten am nächsten Tag nicht nach Aschenbecher duften.

Zusammenfassend ist also zu sagen, dass Rauchen und Trinken wesentlich teurer ist als in Deutschland. Wenn man aber beides in Maßen genießt (was man ohnehin tun sollte), dann halten sich die Mehrkosten in Grenzen.

Vergleich mit Deutschland

Die Preise in Irland sind in vielen Fällen höher als in Deutschland. So kosten zum Beispiel Autos, Immobilien, Alkohol und Zigaretten zum Teil ein Vielfaches von dem, was sie in Deutschland kosten. Aber es gibt auch Sachen, die in Irland günstiger zu haben sind als in Deutschland. Dazu würde ich Benzin, Klamotten und vor allem die Busreisen zählen. Insbesondere letzteres hat mich schon sehr begeistert. Eine vierstündige Busfahrt von Limerick nach Dublin (UND zurück!) kostete mich gerade mal 18 Euro.

Fazit

Vieles ist teurer, einiges ist billiger. Unterm Strich bedeutet das ein teueres Leben. Darüber sollte man sich im Klaren sein, wenn man dort Urlaub machen möchte (oder wie in meinem Fall ein unbezahltes Praktikum). Sollte man in Irland arbeiten und leben, so relativiert sich das Ganze, da die Gehälter entsprechend hoch sind.


Tag 7

Moin,

so…gestern stand dann der erste richtige Pub-Abend an. Zunächst ging es etwas schleppend los, aber dann sind wir in ein Pub gegangen, wo die Sprachschule einen Karaoke-Abend organisiert hat. Dort waren recht viele Students und die Stimmung war super. Für ein Pint muss man reichlich 4 Euro hinlegen, was mich aber nicht wirklich gestört hat, da es recht lustig war.

Etwas eigenartig war, dass um Punkt 1 Uhr die Musik ausgeschaltet wurde und das Licht anging. Alle waren grad richtig gut drauf, haben gesungen und getrunken…in Deutschland würde keiner auf die Idee kommen in diesem Moment die Bar zu schließen. Naja…so ist das halt hier.

Da wir aber noch keine Lust hatten, den Heimweg anzutreten haben wir uns dann noch ein anderes Pub gesucht…was allerdings auch nicht so einfach war, da man in einige Pubs unter 23 nicht reinkommt und außerdem noch auf die Schuhe geachtet wird. Naja…ich bin nicht durchgefallen, aber meine Begleiter. Auf jeden Fall hatten wir dann noch ein wirlich nettes Pub gefunden, was auch wirklich arg voll war. Aber auch hier war dann 2 Uhr Schicht im Schacht und wir entschieden heimzugehen.

Alles in allem ein gelungener Abend…das nächste Mal müssen wir eventuell etwas eher losgehen. Leider hatte ich mein Handy vergessen, so dass ich keine Fotos machen konnte. Sehr ärgerlich…aber das wird nachgeholt. Versprochen!

Heute nachmittag ist dann ein wenig chillen angesagt…morgen wollen wir in eine kleine Stadt am Meer namens Youghal. Das Wetter soll recht schön werden und dort soll es einen schönen Strand geben. Also werde ich mal die Badehosen einpacken…und vielleicht mit Delphinen schwimmen.

So denn…bis bald.
Oli


Tag 4

Ahoi,

heute war nun der erste Tag im Cork English College…also heute morgen 0730 aus dem Bett gefallen und pünktlich kurz vor 9 Uhr an der Schule gewesen. Irgendwie haben heute recht viele mit dem Sprachkurs begonnen, aber die Organisation war super, so dass es keine ewigen Wartezeiten gab.

Zunächst wurde uns Einiges über den allgemeinen Ablauf des Sprachkurses gesagt etc. und anschließend gab es dann einen kleinen Test. Der Spaß dauerte 45 Minuten und war nicht gerade einfach, aber wer perfekt Englisch spricht, braucht ja auch keinen Sprachkurs. Ich bin dann in die “Upper Intermediate” gerutscht…was genau das heißt weiß ich auch nicht, aber ist mir eigentlich auch egal. Anschließend sind wir dann in unserer Klassen eingeteilt worden.

Und hier wurde es dann richtig witzig. In meinem Kurs sind wir 9 Leute (1 Franzose, 2 Deutsche, 3 Spanier, 3 Italiener) und das Ganze läuft wirklich in einem sehr netten und unterhaltsamen Rahmen ab. Unsere Lehrerin Sarah ist ne echte Britin und hält einen sehr lockeren Unterricht ab. Es wird viel geredet und durch den kleinen Kreis lernt man die anderen auch schnell kennen und wir hatten schon recht viel Spaß. Ich denke, das wird hier ne richtig gute Zeit…

Heute nachmittag war ich dann bissl Futter kaufen. Man sagte mir, dass LIDL so ziemlich die günstigste Möglichkeit sei, in Irland einzukaufen und so haben wir uns wieder auf einen recht langen Fußmarsch gemacht. Ich kann bestätigen, dass alles etwa 50% teuer ist als in Deutschland, aber wenn man ein wenig darauf achtet kann man damit schon gut Leben. Das Grundnahrungsmittel scheinen hier Pommes zu sein (2kg für 1,59 Euro). Eine vergleichbare Menge Brot würde ein Vielfaches kosten.

Das war es erstmal vom heutigen Tag…

Cya
Oli